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Lübben  20. Januar 2017, 02:41 Uhr 

Reger Betrieb beim Tag der offenen Tür / Immer mehr Kinder drängen ans Gymnasium

 Lübben Sechstklässler im Landkreis Dahme-Spreewald wechseln in diesem Jahr die Schule. Gymnasium oder Oberschule? Vor dieser Entscheidung stehen Schüler und Eltern. Der Tag der offenen Tür ist Entscheidungshilfe. Am Mittwochabend hatte das Paul-Gerhardt-Gymnasium in Lübben dazu eingeladen. 

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Chemische Versuche machen neugierig. Während des Tags der offenen Tür im Paul-Gerhardt-Gymnasium in Lübben wurde auch deutlich, wie spannend Unterricht sein kann. Foto: Andreas Staindl/asd1

Ist das Gymnasium der richtige Weg? Fühlt sich das Kind hier wohl? Und stimmen die Angebote, stimmt das Profil der Bildungseinrichtung mit den eigenen Vorstellungen überein? Ein Tag der offenen Tür kann nicht alle Fragen beantworten, doch er kann bei der Entscheidung der Schulwahl helfen.

Sechstklässler und deren Eltern sind derzeit in der Such-und Findungsphase, wie Ulrich Haase sagt. Der Schulleiter des Gymnasiums empfiehlt, "möglichst viele unterschiedliche Schulen anzuschauen, auch über die verschiedenen Schulformen nachzudenken". Eines ist ihm zufolge jedoch überall gleich: "Ohne Anstrengung ist kein Wissenserwerb möglich." Wer das Gymnasium besucht, hat zudem ein klares Ziel: Den Erwerb der Berechtigung für ein Studium. Ulrich Haase warnt jedoch davor zu glauben, dass das Abitur ein Selbstläufer wird: "Studierberechtigung bedeutet noch nicht Studierfähigkeit." Anspruch des Gymnasiums ist es aber schon, die Schüler studierfähig zu machen.

Immer mehr Kinder drängen in diese Schulform. Waren es vor 15 Jahren noch 30 Prozent eines Jahrgangs, die das Abitur abgelegt haben, sind es inzwischen 60 Prozent. Auch Robin Dyrda will seine Reifeprüfung ablegen. Ein paar Jahre hat der Neuntklässler noch Zeit. Sein Wissen gab er während des Tags der offenen Tür schon an künftige Gymnasiasten weiter. Gemeinsam mit anderen Schülern lud er zu chemischen Versuchen ein. Der Neuntklässler zeigte, wie man Sauerstoff herstellt. "Chemie interessiert mich", sagt Robin Dyrda. "Ich engagiere mich auch in der Arbeitsgemeinschaft Chemie."

Auch in anderen Fächern gab es für die Besucher Unterricht zum anfassen oder zumindest zum nachvollziehen. Im Kunstraum wurden Arbeiten von Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen präsentiert wie die Kunstlehrerin Silvia Reiner sagt. Die Neuntklässlerin Julia Bandemer etwa hat gezeigt, wie kleine Kunstwerke entstehen. Auch auf andere Fächer wie etwa Biologie, Russisch oder Physik wurde mit interessanten Projekten neugierig gemacht. Die Sozialpädagogin Ulrike Rippa machte auf die soziale Arbeit in der Schule aufmerksam: "Ich warte nicht, bis die Schüler zu mir kommen, sondern gehe aktiv auf sie zu und biete meine Hilfe an, wenn es nötig ist." Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Tanz präsentierte sich in der Sporthalle. Vor allem Siebtklässler nutzen dieses Angebot, wie die Sportlehrerin Petra Kloy erzählt. Ulrich Haase würde sich für einige AG mehr Teilnehmer wünschen, etwa für Biologie. "Doch ich habe Verständnis dafür, dass sich unsere Schüler vor allem in ihren Heimatorten engagieren."

Wo besonders für Siebtklässler der Fokus in der Schule liegt, machte er am Mittwochabend deutlich. Deutsch, Mathe und die beiden Fremdsprachen belegen 50 Prozent der Unterrichtszeit in dieser Klassenstufe: "Wenn es später Probleme mit der Versetzung gab, dann wegen dieser Fächer." Naturwissenschaftlich-technische Bildung ist ein ganz besonderer Schwerpunkt im Gymnasium in Lübben. Die Bildungseinrichtung ist im vergangenen Jahr zum zweiten Mal als MINT (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)-freundliche Schule geehrt worden-als erstes Gymnasium in Brandenburg überhaupt, wie Ulrich Haase sagt. Das Gros der Sechstklässler und deren Eltern vom Mittwochabend wird er wohl in einigen Monaten wiedertreffen. Im Juli gibt es die erste Elternversammlung für die neuen Siebtklässler des Paul-Gerhardt-Gymnasiums in Lübben.

Andreas Staindl / asd1